Skip to content

Gebietsfremde Langzeitparker

7. Februar 2012

Glücklicherweise ist die aktuellste Studie zur Parkraumbewirtschaftung (PDF) in weiteren Gebieten im Prenzlauer Berg im ausgehenden Januar dieses Jahres vorgestellt worden. Man könnte nämlich annehmen, dass es im Sommer „gebietsfremde Langzeitschattenparker“ hätte heißen können. Nun, und selbstverständlich wird der BVV-Ausschuss für Verkehr und öffentliche Ordnung die in der Studie gemachten Vorschläge alsbald umsetzen. Wie die ‚Prenzlberger Stimme‘ schreibt, ist bereits angekündigt, auf der „Sitzung am 13. März eine Beschlussempfehlung für die am Folgetag stattfindende Bezirksverordnetenversammlung zu verabschieden.“ Aber auch Prenzlauer Berger Mühlen mahlen zum Glück langsam: „Vom BVV-Beschluss bis zum Start der Überwachung rechne ich dann noch einmal mit mindestens einem Jahr Dauer“, meint Torsten Kühne, Pankows Stadtrat für öffentliche Ordnung.“

Kosten von einmalig mit 132.000 Euro für Verkehrsschilder und die Information der Anwohner sowie jährlich 306.000 Euro für die Anschaffung von 340 Parkscheinautomaten, wenn man deren Lebens- und Abschreibungsdauer auf zehn Jahre anlegt, stehen Einnahmen 1.643.255 Euro gegenüber. Das bedeutete einen Umsatz von etwa 1.300.000 Euro jährlich. Das klingt wirtschaftlich. Allerdings nur wenn man jährlich weitere rund 3.300.000 Euro für die Überwachung verausgabt, um dann ca. 2,5 Millionen Euro an Verwarnungs- und Bußgeldern einzunehmen und plötzlich bleiben im Jahr nur noch rund eine halbe Million Euro im Prenzlauer Berg. Ebenfalls wirtschaftlich, nur eben deutlich weniger. Die sicherlich anfallen werdenden Verwarnungs- und Bußgelder mit einzurechnen, ist mithin eine Unart, die sich mittlerweile leider allerorten durchgesetzt hat.

Im Ergebnis sagt die Studie jedenfalls wortwörtlich aus:

„Die Bestands- und Wirkungsanalyse zeigt, dass die Einführung der Parkraum- bewirtschaftung zu Verlagerungseffekten in die angrenzenden Gebiete geführt hat. Eine Ausdehnung der Bewirtschaftung ist daher sinnvoll.“

Der Parkraumdruck verlagert sich also in die den parkraumbewirtschafteten angrenzenden, jedoch unbewirtschafteten Gebiete. Was zur Folge hätte, dass eines unschönen Tages in den ländlichsten und zum Parken uneinladendsten Gegenden Parkuhren ständen. Und eines noch unschöneren Tages fragen sich die Bürgermeister der von parkraumbewirtschafteten Orten umzingelten Dörfer, wie sie wohl weiter Parkraumdrücke verlagern könnten. Berliner Lemminge sind eben schlauer: Sie springen nicht in Abgründe…

Advertisements
No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: