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Tempus furit

19. März 2012
Die 'Furit Bar'.

Die 'Furit Bar' im Sommer 2011. © Ich. 2011.

Ja. Es war an der Zeit. Niemand mehr, der sich einen Moment lang karibisch fühlen wollte, niemand mehr, der die Exotik zu küssen bereit war. Zuletzt vielleicht noch ein kleiner Moment der Palmdacht, wenn man Böller statt Brot im Flachbau zu kaufen gewillt war. Doch nicht einmal das Knallzeug hatte noch südseeisch anmutende Namen. Aus. Vorbei. Nie wieder Früchte.

Wo einst sozialistisches Küchenmobiliar zu erwerben war, sicher auch das ein oder andere Sprelacart-funierte Prachtstück, soll nun – Endlich! Was haben wir alle darauf gewartet? – ein Geschäftshaus in den Prenzlauer Berger Immobilienhimmel wachsen. Sicher ein Maßstäbe setzender feuchter Traum der Architektenzunft. An der Schönhauser Allee / Ecke Schivelbeiner Straße im Herzen, also, der rechten Herzkammer des Prenzlauer Berges gewissermaßen.

Und weil es ja wirklich an allem fehlt in den Prenzlauer Berger Townships – hier die Top 3 dessen, was hier, neben Trinkwasserwiederaufbereitungsanlagen, am dringendsten benötigt wird:

3. Shopping Mall. Gern auch so ansehnlich und hochkarätig besetzt wie das bis zum Bau des Schivelbeiner Buildings noch auf der Nummer eins der prima-sten Bauten aller Zeiten stehende Prachtstück an der Kopenhagener Str./ Ecke Schönhauser Allee.

2. In der Shopping Mall ( da führt wirklich kein Weg dran vorbei) sollte unbedingt ein Bubble Tea-Shop eröffnen. Um der Schnelllebigkeit Rechnung zu tragen, sollte man zunächst ein, gern auch mit englisch-amerikanischem Namen versehenes Nagelstudio eröffnen, was drei Wochen später vom eben Bubble Tea-Sweatshop abgelöst wird. Wie bei den Mitbewerbern auch, ist es nicht notwendig, das Personal zu wechseln. (Stichwort: ‚Dauerhafte Arbeitsplätze schaffen‘.)

1. Leerstand. Planwirtschaftlich betrieben am besten. Vorschlagsweise zunächst bis 2018 und dann könnte das Bezirksamt da einziehen.

Überhaupt das Bezirksamt. Die Stadtteilväter sind wahrhaftig die Trüffelschweine im Prenzlauer Berger Architekturwald. Ein längst vergessenes weiteres Juwel soll nun bezogen werden. Nicht nur Prenzlauer Berger vergleichen gern den Taj Mahal mit dem Kunstbau an der Prenzlauer Promenade. Die BVV will es nun zunächst den Pankowern (und dann der ganzen Welt) wieder zugänglich machen. Freilich: Not ist der nicht Grund. Es geht also einzig und allein um den Zugang zu (demnächst sicher) Weltkulturerbe. Nebenbei: ‚Schnelle Anbindung zur Autobahn‚ war schon zu Zeiten der Vorväter Maß der Dinge. „Baue Herd und Zelt wo die Autobahn nahe schnellt“ hieß es schon vor früher.

Nun, und es wird an der Fröbelstraße Platz gemacht für jede Menge oder aber eine riesige Furit Bar.

Update: Es wird gemunkelt, dass Madonna während ihres Berlin-Besuches im Sommer 2012 ein Kind aus dem Prenzlauer Berg adoptieren wird.

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8 Kommentare leave one →
  1. Billy permalink
    4. April 2012 00:53

    Die Furit-Bar lebt!
    Wir (mein Kind und ich – also eigentlich nur mein Kind, ich kam dazu) haben an der Baustelle nachgefragt und das Schild wurde aussortiert. Somit ist die Furit-Bar gesichert. Zu sehen ist der erste Teil, der entscheidende. Es fehlt nur der letzte Teil: ar., aber das macht ja nichts.

  2. 4. April 2012 07:27

    🙂 Nun, ich will nicht fordernd erscheinen, aber ich denke, Sie sind nun in der Pflicht – und die Religionsgemeinschaft der Furitaner wird Ihnen dafür ein besonderes Plätzchen im kollektiven Herzen auf immer frei halten – einen Schrein zu bauen: Siebzig Bananenlängen soll er messen in der Länge, … (-:

    Viele Grüße an die Familie

    *

  3. Billy permalink
    5. April 2012 17:50

    Ein Schrein wäre nicht schlecht. Wir werden mal Fotos machen, nicht, dass man uns für ein Fake oder Aufschneider hält. 😉
    Zu gegebener Zeit übersenden wir Ihnen gerne die Beweisfotos.
    Wir -also die Furitaner- müssen zusammenhalten, das ist ganz klar. Wie wäre es, wenn man einen allgemeinen virtuellen Freundeskreis bildet und alle ihre Erlebnisse mit der Furit-Bar teilen?

    Grüße richte ich gerne aus.
    Ihnen, und allen Furit-Bar-Jüngern, ein schönes Osterfest.
    🙂

    • 5. April 2012 18:12

      So sei es: https://www.facebook.com/Furitanien

      Die Religionsgemeinschaft der Furitaner.

      • Billy permalink
        5. April 2012 18:28

        Eine sehr schöne Idee, aber dafür müsste ich mich erst auf facebook anmelden, und ob es mir das wert ist? Jetzt schreien Sie sicher, dass das eine Selbstverständlichkeit sein sollte, aber ich denke, ich halte mich im Hintergrund – so als Beobachterin der Furitaner und Lenkerin. Aber mein Kind wird sicher beitreten, schließlich gehört ihm ja das Schild. 🙂
        Ach ja, noch etwas: Als wir das Schild bekamen, es war schon recht dunkel an dem Tag /Randbemerkung/, stoppte ein Radfahrer und gesellte sich zu uns. Er war auch immer begeistert von diesem Schild und wir scherzten alle ein wenig rum. 🙂
        Ich hätte ihn nach seiner Adresse fragen sollen (zumal er auch noch sehr smart aussah :)), aber vielleicht erkennt er sich und meldet sich hier, falls er mal nach der Furit-Bar sucht.
        Kennen Sie noch andere Furitaner, die Sie eventuell darauf aufmerksam machen können?

        gez: Furitanerin erster Stunde.

  4. 5. April 2012 18:38

    Furit ja, Sie haben natürlich recht. Es darf natürlich keine Einschränkungen deshalb geben. Furitanien steht ja jedem offen.

    In meiner Funktion als einer der Vertreter der heiligen Furit Bar auf Erden rufe ich hiermit auf: Gründet das virtuelle Furitanien. Google+, Diaspora …

    Offenbar ist nur ein wenig Furit im Herzen bereits in der Lage, Menschen zusammen finden zu lassen.

    Nun, Ihnen das Beste zu diesem kommenden Fest dieser anderen Religionsgemeinschaft!

  5. Billy permalink
    5. April 2012 18:48

    In Furitanien ist natürlich jeder willkommen. Wir nehmen jeden, der viel Obst isst, oder das Obst nur flüssig zu sich nimmt, das sollte man auch ganz klar in den Statuten erwähnen.
    Die Furit-Bar hat Menschen zusammengeführt, die vorher nie voneinander wussten. Es ist ein Geschenk an die Menschheit, wenn man es mal genauer betrachtet.
    Im Grunde ist sie die Stube der Philosophie und man sollte sich fragen, ob Speed-Dating wirklich noch sinnvoll ist, wenn es doch solche Einödchen im Prenzlauer Berg gibt.
    Demnächst bis gleich gibt es noch mehr Informationen. Ich habe gerade den Besitzer des Schildes gesprochen: er will sich gleich melden mit aktuellen Beweisfotos. 🙂

  6. Billy permalink
    6. April 2012 00:06

    Die Beweisfotos dürften angekommen sein, wie mir berichtet wurde (natürlich aus erster Hand). 😉

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